Pølser in Nyborg

Wie ich bereits berichtete sind wir, Henryk und ich, einige Jahre gerne auf unsere Lieblingsinsel Fynen gereist um der Fischwaid zu fröhnen. Wie sagt man im Norden: wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis. So war es bei uns auch, oder auch nicht. Wir haben in Middelfahrt und Umgebung gut geangelt, aber irgendwann wurde es langweilig und einige unserer besten Stellen wurden bebaut und gesperrt für Angler. Ergo mußten wir umsehen. Natürlich nicht um die Ecke, nein wir wollten schon etwas weiter die Möglichkeiten erkunden. Also donnerten wir einmal komplett über die Insel, auf die Ostseite, nach Nyborg. Uns erschien das als tolle Idee, eine Stadt am bzw. fast im Wasser, etwas weiter ein stillgelegter Hafen und die Brücke über den Großen Belt, ist doch ein Traum!? Das erste Mal in Nyborg, eine kleine Stadt die uns gleich gefiel. Die Häuser, die ins Wasser reichten, wo man sein Boot mit dem Fahrstuhl erreichte, ein Stadtteil voller Kanäle und Schleusen, sowie Unmengen von Booten auf ihren Liegeplätzen, einfach nur geil ! Aber wo angelt man hier ? Ein Bistro, nicht weit vom Wasser, lockte uns Pause zu machen und unseren Hunger mit den obligatorischen dänischen Pølsern zu besänftigen. Wir achteten eigentlich nicht so sehr auf unsere Mitgäste. Erst als wir uns setzten, anfingen zu essen und uns umschauten, bemerkten wir, das wir uns wohl im Domizil einer wilden Motorradgang befanden. Bärtige, in schwarzes Leder gekleidete Gesellen saßen um uns herum und beäugten uns. Draußen vor der Tür standen eine Reihe recht großer „Mopeds“. Es stellte sich aber heraus, das es echt nette Kerle waren, die uns im Gespräch 2 gute Tips für Angelstellen gaben. Die erste Stelle war nicht weit weg, wie 3 Finger reichten 3 Molen mitten in der Stadt ins Wasser. Dort fanden wir auch die ersten Angler, sie waren der deutschen Sprache nicht mächtig, aber der dänischen auch nicht. Wir beschauten uns die Sache mal. Bis zur Spitze der dritten Mole darf man angeln, danach beginnt ein Meerforellenschongebiet. An der Spitze jener Mole saß einer dieser Sportfreunde und fischte nach Art des Hauses, keine Rolle, keine Rute – nein, eine Schnurspule die auf der Steinmole mit einem Schraubendreher fixiert wurde, eine Korkpose, Blei und ein Haken, das wars. Als Köder benutzte er frisch gebuddelte Regenwürmer. Na, ja ! Ein leichtes Grinsen überzog sicher unser Gesicht. Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Es dauerte keine Zigarettenlänge und die erste Forelle wurde Hand über Hand eingeholt. Ich hätte gern unsere blöden Gesichter gesehen, als wir nach ungefähr einer halben Stunde weiter zogen , nachdem dieser Sportsfreund die dritte Forelle versorgt hatte. Natürlich werden wir hier angeln, und natürlich werden wir auch mit unserer Ausrüstung viel besser fangen! Aber weit gefehlt, wir angelten dort wohl etwa 3-5 Mal, aber haben nie eine Meerforelle gefangen. Allerdings war diese Stelle trotz dem sehr gut zu beangeln. Wir fingen dort viele gute Dorsche und Plattfische mit der Pilk-bzw. der Spinnrute, meist mit Meerforellenblinker und einer großen Fliege als Springer einen Meter davor. Henryk fing dort seine Rekordflunder von 54 cm. Jedenfalls hatten wir dort jede Menge Spaß und Erfolg.

Aber wir hatten von den Bikern ja noch einen Tip bekommen,dazu musten wir noch ein Stückchen fahren. Wir fuhren also Richtung Grosse Beltbrücke, nach Knudshoved. Kurz vor der Brücke rechts ab und man steht vor einem stillgelegten Hafen, der von einer langen Mole fast umschlossen wird. Auf der einen Seite ca. 5 ha Innengewässer, auf der anderen der grosse Belt, ein Traum für jeden Angler! Unsere ersten Aktivitäten in Richtung Fisch bezogen sich auf das Hafeninnere, und waren sehr ergiebig. Hauptsächlich Plattfische in guter Größe vergriffen sich an unseren Ködern an leichter Grundmontage. Dorsche waren dort nicht so häufig, dafür aber in anständiger Größe. Auf der Beltseite waren mehr Dorsche, aber dort ist es auf Grund der starken Strömung viel schwerer zu angeln. Auch der Hornfisch ist dort im Frühsommer in Mengen zu fangen, man hört irgendwann auf ihnen nach zu stellen. Es ist sehr abwechslungsreich dort zu angeln und auch sehr erfolgreich. Also, seid ihr mal in der Gegend, schaut Euch mal diese Hot Spots an und versucht Euer Glück, Ihr werdet es sicher nicht bereuen!!!!!!

Petri…

 

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