Hexenküche

 

Ich wollte eigentlich schon längst auf Schleien angeln, aber das Wetter spielt nicht so recht mit. Wind, Regen und zu geringe Wassertemperaturen sind nicht so förderlich. Da war ich doch mal bei meinem guten Angelkumpel Werner und habe unverdächtig nach seinen Erfolgen beim Reiben und Zerhäckseln alter Brötchen gefragt und ob das wohl vielleicht viel zu viel für ihn allein wäre, ich würde mich ja seiner erbarmen und etwas von diesem überzähligem Semmelmehl mitnehmen um ihn zu entlasten. Werner hatte verstanden und ich konnte die Futtermischerei beginnen. Die Grundlage meines Futters ist wie bei den meisten Stippern Semmelmehl, es bedarf natürlich einiger Zutaten um die Konsistenz, den Geruch,den Geschmack und die Farbe zu verändern, nicht alles ist immer und zu jedem Zweck zu verwenden. Zum Beispiel: Curry : in der kalten Jahreszeit ein sehr guter Lockstoff für die Plötzenangelei, Maismehl: erzeugt eine gute Bindung und ist sehr effektiv wenn mit Dosenmais geangelt werden soll, der Dosenmais selbst ist für alle Friedfische ein Superköder und bringt einzeln oder in Ketten aufgezogen gute Erfolge. Beim Angeln auf grössere Friedfische wie Karpfen, Schlei und Brassen sollten ruhig ein paar zerdrückte Körner im Futter vorhanden sein. Anis: wird ja oft hoch gelobt, ist aber nicht sooooo erfogreich, früher oft in der Wettkampfangelei eingesetzt (meist auf kleinere Fische). Anders verhält sich das bei Melasse, Sirup und Honig : bei vielen schuppigen Leckermäulern ist dieser süsse Zusatz heiss begehrt (vor allem Brassen), hier gilt wie bei allen Zutaten : keine Unmengen, sonst kann das Futter auch Fische vergrähmen. Vanille: oft eingesetzt und verfehlt eigentlich nie seine Wirkung, Haferflocken: einige Angler verwenden sie als Lockfutter, schiessen sich damit aber ein Eigentor, sie sättigen extrem schnell und haben ausser ihrem Vorhandensein keinerlei Wirkung. Besser zu gebrauchen sind Kokosflocken-oder Kokosmehl, sie lösen Futterbälle schneller und treiben auf, was von Vorteil ist wenn ich den Fisch etwas vom Gewässerboden weg haben will. Meine „geheime “ Waffe beim Futter ist und bleibt der Hanf, sehr universell einsetzbar und bei vielen Fischarten sehr beliebt. Es macht etwas Arbeit (Kochen) bringt aber meiner Meinung nach super Erfolge. Übrigens das Wasser nach dem Kochen nicht weg schütten, sondern als Flüssigkeit beim Mischen verwenden, es ist Goldwasser ! Es gibt noch etliche Möglichkeiten zur Futterbeimengung, dieListe ist sehr lang und die tierischen Stoffe sind noch nicht einmal berücksichtigt. Jeder GUTE Friedfischangler hat seine Rezepte auf die er schwört und die ihm Erfolg bringen. Es heisst wie immer Angeln lernt man durch Angeln. Ich habe erst mal wieder 30 Liter Futter fertig und die Saison kann beginnen !

PETRI !

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